NeuroYoga für den Vagusnerv: Stabilität & Leichtigkeit – 10 Minuten Nervensystem-Reset

Für Tage, an denen du funktionierst – aber innerlich zu laut bist. Ruhig, präzise, alltagstauglich.

Manchmal fühlt es sich an, als würde dein Inneres gleichzeitig festhalten und wegrutschen: Du willst Stabilität – aber sobald du sie aufbaust, wird alles eng. Und wenn du Leichtigkeit suchst, fehlt plötzlich Halt.

NeuroYoga arbeitet genau in dieser Zwischenzone: nicht „mehr machen“, sondern das Nervensystem so führen, dass Sicherheit spürbar wird – und dadurch Raum entsteht.

Worum es heute geht: Stabilität (Sicherheit, Halt, Orientierung) + Leichtigkeit (Atemfluss, Beweglichkeit, innere Weite) – als zwei Seiten derselben Regulation.

Wenn du gerade stark gestresst bist, sehr erschöpft oder traumabezogene Symptome hast: übe sanft, kürzer, und hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.

Warum Stabilität & Leichtigkeit deinen Vagusnerv unterstützen

Der Vagusnerv ist kein „Knopf“, den man drückt – er ist Teil eines intelligenten Systems, das ständig bewertet: Bin ich sicher? Kann ich mich öffnen?

  • Stabilität gibt deinem System klare Grenzen: Druck, Kontaktflächen, Orientierung im Körper.
  • Leichtigkeit signalisiert: Es ist genug Sicherheit da, um den Atem fließen zu lassen und Spannung abzugeben.
  • Beides zusammen wirkt wie ein innerer Satz: „Ich bin gehalten – und ich darf weich werden.“

10 Minuten NeuroYoga-Praxis: „Halt & Weite“

Du brauchst: eine Wand oder einen Stuhl, optional Decke/Kissen. Wenn du möchtest: stelle einen Timer auf 10 Minuten.

Minute 0–2: Ankommen über Kontakt

Setz dich aufrecht (Stuhl oder Boden). Spür deine Sitzbeinhöcker. Dann leg eine Hand auf den Brustkorb und eine auf den Unterbauch.

  • Atme 4 Sekunden ein.
  • Atme 6–8 Sekunden aus (sanft verlängert, ohne zu pressen).
  • Frag dich: Wo ist jetzt gerade „Boden“ in mir?

Minute 2–5: Stabilität aufbauen (ohne Härte)

Stell beide Füße fest auf. Drück die Fußsohlen für 3 Atemzüge leicht in den Boden – nur 20–30% Kraft.

Dann löse den Druck wieder vollständig. Wiederhole 2–3 Mal.

Das ist ein einfaches Nervensystem-Signal: „Ich kann aktiv werden – und ich kann wieder loslassen.“

Minute 5–8: Leichtigkeit einladen (Atem + seitliche Weite)

Heb beim Einatmen einen Arm über die Seite. Beim Ausatmen beug dich minimal zur anderen Seite – nur so weit, dass der Atem weich bleibt.

  • 3 Atemzüge pro Seite.
  • Beim Ausatmen stell dir vor, dass die Rippen wie Gardinen weicher fallen.

Wenn „Leichtigkeit“ heute nicht auftaucht: perfekt. Dann übst du gerade Stabilität. Auch das ist Regulation.

Minute 8–10: Integration – der leise Wendepunkt

Lege beide Hände wieder auf den Körper. Schließ (wenn möglich) die Augen. Frag dich:

  • Was ist 1% ruhiger?
  • Was fühlt sich 1% sicherer an?

Manchmal ist das Ergebnis nicht „Entspannung“, sondern mehr Präsenz. Und das ist der Anfang.

Wenn du oft „zu viel“ bist (oder zu leer): Das ist kein Charakterfehler

Ich sehe das so häufig: leistungsstarke Frauen, die alles tragen – aber innerlich ständig zwischen Anspannung und Erschöpfung pendeln. Nicht, weil sie „falsch“ sind, sondern weil ihr Nervensystem zu lange allein regulieren musste.

NeuroYoga ist für mich genau dafür da: dir wieder ein inneres Zuhause zu bauen, das nicht vom Außen abhängt.

Willst du das nicht nur einmal lesen – sondern wirklich üben?

Im Care Club bekommst du regelmäßig geführte NeuroYoga-Stunden, alltagstaugliche Übungen und eine Community, in der du nicht erklären musst, warum du „so empfindsam“ bist.

Trag dich hier ein – ich schicke dir die „Halt & Weite“-Mini-Routine als Erinnerung und Infos zum Care Club.

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FAQ: NeuroYoga, Vagusnerv & Regulation

Wie schnell wirkt diese 10-Minuten-Praxis?

Manchmal sofort spürbar (ruhigerer Atem, mehr Boden). Manchmal subtil: weniger Reizbarkeit, klarerer Kopf. Entscheidend ist die Wiederholung – wie beim Zähneputzen fürs Nervensystem.

Was, wenn ich beim Üben unruhiger werde?

Dann war die Dosis zu hoch. Kürze: nur Minute 0–2 (Kontakt + Ausatmen verlängern). Oder übe mit offenen Augen, am Stuhl, mit mehr Orientierung im Raum.

Ist das auch gut bei Schlafproblemen?

Ja – vor allem der verlängerte Ausatem plus die klare Körperorientierung. Abends empfehle ich: kleiner, langsamer, weniger Dehnung, mehr „Halt“.

Was unterscheidet NeuroYoga von „normalem“ Yoga?

NeuroYoga priorisiert Regulation vor Form. Du passt die Praxis dem Nervensystem an (Tempo, Intensität, Reize), nicht umgekehrt.

Dein Mini-Impuls für heute

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Stabilität ist nicht hart – sie ist zuverlässig. Und Leichtigkeit ist nicht „egal“ – sie ist das Zeichen, dass du dich wieder ein Stück sicher fühlst.

Wenn du willst, schreib dir einen Satz auf einen Zettel: „Ich bin gehalten. Ich darf weich werden.“ Und leg ihn dahin, wo du ihn wirklich siehst.

— Manuela Drewen · NeuroYoga · Online & in Hannover

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